Die besten Kaffeesorten der Welt – ein Überblick.

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Als Kaffee in Europa bekannt wurde, war er der pure Luxus. Nur die (Einfluss-)Reichsten konnten sich das belebende Getränk leisten. Doch auch heute, wo Kaffeetrinken für jede/-n erschwinglich ist, gibt es einige Sorten, die das Allgemeingut zu etwas ganz Besonderem machen. In diesem Beitrag beantworten wir die Frage: Welcher Kaffee ist der Beste?

Vom Einfluss der Umwelt auf Deinen Kaffee

Keine Frage: Ein Aufguss aus frisch gemahlenen Bohnen schmeckt am besten. Doch ehe der Kaffee für Vollautomaten, Maschinen oder Handaufguss als geröstetes Produkt vorliegt, hat er bereits eine lange Reise hinter sich. Sie beginnt dort, wo die Ursprungspflanze wächst. Das kann in fast jedem Teil der Welt sein – denn mittlerweile gibt es über 120 Kaffee-Arten, die hervorragend an verschiedene Klimazonen angepasst sind.

Überall wirken andere Faktoren auf die Kaffeepflanze ein. Vor allem die Jahresmitteltemperatur, die Niederschlagsmenge und die Bodenbeschaffenheit der Abstammungsregion haben großen Einfluss auf den Geschmack des späteren Kaffees. Doch auch die Ernte und Verarbeitung der Früchte bestimmen über das Aroma des fertigen Getränks mit. Drei Sorten genießen ganz spezielle Umweltbedingungen und Behandlungsmethoden. Sie machen die nachfolgend genannten Vertreter zu den nachweislichen besten Kaffees der Welt:

Kaffeebohnen - beste Kaffeesorten der Welt

St. Helena Kaffee, der afrikanische Kaiser-Zögling

Die namengebende Insel ist vor allem als Exil-Ort des französischen Feldherrn Napoleon Bonaparte bekannt. Sie liegt rund 1.900 Kilometer vor der Küste Afrikas. Der vulkanische Ursprung St. Helenas macht den Boden der Insel besonders fruchtbar – und lässt eine Kaffee-Sorte gedeihen, die schon im 19. Jahrhundert als herausragend beschrieben wurde. 1839 rühmte die Londoner Handels-Agentur W. Bumie & Co. die Bohnen von St. Helena als „weltweit besten Kaffee“.

Doch bevor sie das europäische Festland erreicht hatten, waren sie eine regionale Spezialität. Entdeckt und berühmt gemacht hat ihn niemand anderes als Napoleon selbst. Als Verbannter musste er auf die gewohnten Genüsse seiner Heimat verzichten, denn der Weg in den Südatlantik war weit. So wandte sich der einstige Herrscher verstärkt einheimischen Produkten zu – und fand besonderen Gefallen an Aufgüssen der Green Tipped Bourbon Arabica Bohnen.

Sie liefern Kaffee, den Kenner/-innen als ebenso mild wie gehaltvoll beschreiben. Dabei soll angenehme Würze vorherrschen, während schokoladige Komponenten für verhaltene Süße sorgen. Eine leichte Säure steuert fruchtige Noten bei und rundet den Geschmack von St. Helena Kaffee perfekt ab.

Für diesen Genuss müssen Gourmets bis zu 80 Euro pro Pfund zahlen; erhalten aber garantiert eine Rarität, denn die Anbaufläche der Insel ist begrenzt. Nur sechs Fincas verarbeiten die geringe Ernte und lassen ihr dabei höchste Aufmerksamkeit zukommen. Die Bohnen werden nass aufbereitet, aber nicht fermentiert – sondern sonnengetrocknet und handverlesen. Das macht St. Helena Kaffee zu einem komplett manuell erzeugten Produkt von höchster Qualität.

St. Helena Kaffee

Jamaica Blue Mountain Kaffee, der karibische Höhensportler

Zum typischen Bild der Karibik gehören rhythmische Musik und aufreizende Tänze sowie ein guter Rum. Doch auch Kaffee ist ein beliebtes Erzeugnis der Region; vor allem, wenn es sich um die hier beschriebene Sorte handelt.

Sie gedeiht in den Höhenlagen der Insel Jamaica, wo ein kühl-feuchtes Klima herrscht. Daher wächst die Pflanze nur langsam und entwickelt ein ganz spezielles Aroma. Es hat den Arabica-Vertreter schon im 18. Jahrhundert zum besten Kaffee der Welt gemacht und bis heute nichts von seinem Reiz verloren.

Der Preis pro Pfund liegt bei 75-85 Euro; wobei eine verhältnismäßig große Menge Pulver je Tasse erforderlich ist. Es entfaltet einen vollmundig-fruchtigen Geschmack mit dezenter Nussigkeit und zarter, aber präsenter Säure.

Der Anbau von Jamaica Blue Mountain erfolgt in der namensgebenden Gebirgskette auf bis zu 1.600 Metern hoch gelegenen Plantagen. Die Kaffeepflanzen werden manuell geerntet und nass aufbereitet. Anschließend durchlaufen die Bohnen einen 12- bis 24-stündigen Fermentierungsprozess, bevor sie sonnengetrocknet und maschinell sortiert werden.

Jamaica Blue Mountain Kaffee

Kopi Luwak, der so genannte Katzenkaffee

Dieser Kaffee spaltet die Gourmet-Welt durch zwei grundlegende Tatsachen. Zum einen passieren die Bohnen vor der Weiterverarbeitung des Verdauungstrakts einer bestimmten Katzenart; zum anderen werden die Tiere zur Gewinnoptimierung immer häufiger gefangen gehalten. Doch wenn Du beim Kauf von Kopi Luwak auf explizite Herkunftsbezeichnungen achtest, kannst Du mit dem Genuss dieses Spezial-Kaffees sogar Gutes bewirken.

Seine Besonderheit besteht in natürlicher Nassfermentierung. Die Früchte der Kaffeepflanze stehen auf dem Speiseplan des Fleckenmusangs, einer südostasiatischen Schleichkatzen-Art. Er frisst die Kirschen und scheidet die unverdaulichen Kerne wieder aus. Auf ihrem Weg durch den Darm des Tieres nehmen sie eine Reihe einzigartiger Aromen auf, die Kopi Luwak zu einem der besten Kaffees der Welt machen.

Sein Geschmack ist sanft, aber gleichzeitig würzig. Es herrschen karamellige, schokoladige und zart pfeffrige Noten vor, die von einer erdigen und etwas muffigen Nuance begleitet werden. Wie manche Alkoholika hat auch dieser Kaffee einen langen Abgang; d.h. Du schmeckst seine einzelnen Aromen intensiv nach.

Um an die Basis für Kopi Luwak zu kommen, werden die Hinterlassenschaften des Fleckenmusangs vorsichtig zerstoßen. Da die frei werdenden Kaffeebohnen bereits fermentiert sind, brauchen sie nur noch gewaschen und getrocknet zu werden. Die Sortierung erfolgt traditionell von Hand; zunehmend häufiger kommen jedoch auch mechanische und elektronische Hilfsmittel zum Einsatz.

Hier liegt das eigentliche Problem für alle, die diesen außergewöhnlichen Kaffee genießen wollen. Um die Ausbeute an natürlich fermentierten Bohnen zu optimieren, geraten zahlreiche Fleckenmusangs in Gefangenschaft und werden regelrecht gemästet. Das gefährdet sowohl den Bestand als auch die Gesundheit der Tiere. Zudem drängt es die heimische Wirtschaft in Mono-Produktionen.

Wenn Du Kopi Luwak ohne schlechtes Gewissen probieren willst, solltest Du auf den Vermerk „aus Wildsammlung“ achten und Dich an den bekannten Zertifikaten für nachhaltige und menschenfreundliche Herstellung orientieren. Der Preis für ein ethisch korrektes Erzeugnis seiner Art ist jedoch so außergewöhnlich wie der Kaffee selbst: Das Pfund schlägt mit mindestens 400 Euro zu Buche.

Kopi Luwak Katzenkaffee

Also welcher Kaffee ist der Beste?

Die Antwort auf diese Frage ist leider so nicht zu beantworten. Welcher Kaffee dir am besten schmeckt ist rein subjektiv, aber wie du in diesem Blogbeitrag lesen konntest, gibt es Luxuskaffees, die durch Ihre Seltenheit, ihren Preis oder Ihre Herstellungsweise einen besonderen Stellenwert unter den Kaffees einnehmen. Die Entscheidung, wie viel dir dein täglicher Kaffeegenuss letztlich wert ist und ob du jeden Tag einen der besten Kaffees der Welt leisten möchtest und kannst, musst du für dich selber entscheiden.

Fest steht: um guten Kaffee zu kaufen, musst du gar nicht unbedingt in ferne Länder schauen. Denn auch deutsche Röster bieten eine große Vielfalt an hochwertigen Kaffeeröstungen an – quasi gleich um die Ecke. Sieh dich in unserem Shop um und entdecke dutzende hochwertige Kaffeesorten aus Deutschland.

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